6 Monate Ausbildung im Dualstudiengang

6 Monate, das bedeuten rund 100 Arbeitstage, 50 Vorlesungen, 20 Berufsschultage und 15 Tage Urlaub für mich. Ein recht strammes Programm sagen viele. Zeitlich gesehen stimmt das eventuell, jedoch ist die Vielfalt an Eindrücken, die man den vielen Programmpunkten in sehr wenig Zeit entnehmen kann, Anreiz genug diesen kurzweiligen Weg zugehen.

Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass die Inhalte aus Berufsschule, Unternehmen und Berufsakademie wunderbar miteinander harmonieren.
Im Unternehmen, habe ich bislang die Möglichkeit gehabt mir über die Abteilungen Marketing, Einkauf und Buchhaltung einen Überblick zu verschaffen. Ein bislang sehr abwechslungsreiches Tätigkeitsspektrum erwartete mich im laufe der 6 Monate. Sowohl Projekte, als auch Statistiken, wichtige Bestandteile aus Güter- und Zahlungsverkehr und natürlich die interne Kommunikation standen im Vordergrund.
Die Leute mit denen ich im Unternehmen zu tun habe reichen von Kunden, über Lieferanten, bis hin zu Mitarbeitern aus der Umgebung und aus den Niederlassungen weltweit. Die Ansprüche, die an die Auszubildenden gestellt werden, sind nicht zu hoch, jedoch bietet jedes Tätigkeitsfeld immer viel Luft nach oben: es gibt immer Dinge die man noch besser, bzw. wirtschaftlicher gestalten kann.

Viele meiner Freunde sind in eine andere Stadt gezogen oder sogar für ein paar Monate ins Ausland, meist mit der Einstellung: „Dort kann ich ein besseres Gespür für Menschen oder andere Völker gewinnen“. Ich allerdings war verblüfft wir sehr das auch in einem Unternehmen geschieht. Der Abteilungsleiter denkt anders über einen simplen Vorgang, als der Sachbearbeiter. Die Azubis in der Logistik kennen andere Seiten des Produktes als die Techniker. Wer genau hinhört kann sehr viele verschiedene Schläge von Menschen kennen lernen.

Die Berufsschule ist ähnlich gestrickt, wie bei einer normalen Ausbildung auch. Einen festen Tag in der Woche geht’s ein Städtchen weiter und dort wird derselbe Stoff, wie vor 30 Jahren vermittelt, auch wenn die Bücher mittlerweile Bilder haben.
Allerdings steht der Stoff  nicht zu Unrecht dort drin. Wer die Vorgänge im Unternehmen kennt, kann anhand des Berufsschulstoffes erkennen, wie diese in der Theorie, im Rohbau mal aussahen.

In der Berufsakademie, die im Prinzip ähnlich aufgebaut ist wie eine klassische FH, werden die Hintergrundinformationen zu den Prozessen im Unternehmen geliefert. Hier habe ich das Glück, dass meine Mitstudenten eine ähnliche Woche wie ich hinter sich haben. Der Austausch über Hintergründe der anderen Unternehmen bietet somit eine Vergleichsbasis zum eigenen Arbeitsalltag. Die einzelnen Module sind an unseren Alltag angelehnt gehen jedoch meistens noch viel weiter in die Tiefe, als es während der Ausbildung zum Industriekaufmann möglich wäre.

Insgesamt ergeben alle drei Bildungsstätten auf verschiedenste Weise einen Eindruck über die Wirtschaftssituation. Wer es versteht die Informationen zu bündeln und daraus zu profitieren, kann in meinen Augen in 3 Jahren wahnsinnig viel lernen. Auch die humane Komponente kommt nicht zu kurz: durch die vielen Institutionen spricht man mit so vielen unterschiedlichen Menschen über ähnliche Dinge, dass die meisten Zusammenhänge ganz automatisch hergestellt werden.

Ich empfehlen jedem, der sich für angewandte Wirtschaft interessiert ein Dualstudiengang, da ich bislang noch kein vergleichbares Ausbildungs-Modell kennen gelernt habe, wo Praxis und Theorie so wunderbar miteinander harmonieren.

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